Immobilienrecht  

Verschweigen eines Gutachtens ist arglistige Täuschung


Der Verkäufer kann bei ohne weiteres erkennbaren Mängeln, die einer Besichtigung
zugänglich sind, erwarten, dass der Käufer sie selbst wahrnimmt. Eine Aufklärungspflicht
besteht nur für versteckte Mängel, die sich etwa in der Bausubstanz
befinden, und für den Käufer nicht erkennbar sind.
Ein Verkäufer muss bei versteckten Mängeln, "gemäß seinem Kenntnisstand
aufklären und darf sein konkretes Wissen nicht zurückhalten", wobei mögliche
Schlussfolgerungen auf Mängel durch ein eingeholtes Gutachten von einem redlichen
Verkäufer mitzuteilen sind.
Ein Verkäufer, der dem Käufer die Existenz eines Gutachtens verschweigt, wonach
es in der zu verkaufenden Eigentumswohnung zur Schimmelbildung
kommt, die auf eine fehlerhafte Abdichtung des Sockels zurückzuführen ist, handelt
arglistig. Ein Gewährleistungsausschluss ist daher unwirksam: dem Käufer
steht ein Minderungsrecht zu.
(LG Augsburg, Urteil vom 23.01.2013, AZ: 11 O 1404/10)

 

Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD
Verband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen Region Mitte e.V.
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