Basel II ist eine Chance bei Immobilienfinanzierungen        

        

Richtige Aufbereitung der Informationen führt zu günstigen Konditionen / Mangelnde Transparenz lässt Kosten steigen Berlin, 04. Oktober 2004 – Basel II betrifft nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatkunden. Schon jetzt ist es üblich, im Rahmen eines Kreditantrags den Darlehensnehmer und das Objekt einem Rating zu unterziehen. Von diesem Rating hängen die Konditionen ab, die je nach Ergebnis besser oder schlechter ausfallen. „Günstige Konditionen können  bei der richtigen Aufbereitung der Informationen erzielt werden“, so Johannes-Peter Henningsen, Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD).

Basel II ist ein Regelwerk, das ab 2007 alle Banken dazu verpflichtet, Kreditausfallrisiken individuell abzusichern. Ein höheres Ausfallrisiko bei einem Kreditantragsteller hat für die Bank die Folge, sich selbst wiederum stärker absichern zu müssen. Dadurch wird Eigenkapital des Kreditinstitutes gebunden, mit dem die Bank nicht wirtschaften kann. Die Kosten werden in Form von Zinsaufschlägen an den Kunden weitergegeben. Ein Kernthema bei Basel II ist Transparenz. „Hier droht für Darlehensnehmer ein Transparenzaufschlag. Wer nur ungenügend informiert,  muss höhere Zinsen zahlen“, so Henningsen. Professionelle Makler können bei der Aufbereitung der Informationen helfen. „Für viele ist der Immobilienkauf eine einmalige Großinvestition im Leben. Dabei können  professionelle Makler als Rating-Adviser helfen, Zinsaufschläge durch mangelnde Transparenz zu vermeiden“, so Henningsen.

Neben der Transparenz wird beim Erstellen der Ratings eine Reihe weiterer Kriterien geprüft. Dies sind beispielsweise Höhe der Einkünfte, vorhandene Liquidität und bereits vorhandene  Vermögenswerte. Darüber hinaus fließt auch das Objekt in die Bewertung ein. So sind  Lage und die Qualität der Immobilie sehr wichtig. Entscheidend für die Kreditvergabe ist künftig nicht mehr nur die Höhe der Mieten, die erzielt werden kann. Auch die Drittverwendungsfähigkeit der Immobilie spielt eine Rolle. „Ob im Falle des Auszugs eines Mieters die Immobilie leicht wieder zu vermieten ist oder eher schlecht, wird nun schon bei der Kreditvergabe geprüft“, so Henningsen. Schon heute lassen Banken oftmals den Wert der Immobilie durch einen unabhängigen, qualifizierten Sachverständigen zur Ermittlung des Marktwertes bzw. des sogenannten Beleihungswertes und des Zweit- und Drittmarktes feststellen. Verstärkt sind davon auch Eigenheimbesitzer betroffen.

Durch die höhere Individualisierung ist die Kreditvergabe nicht automatisch von der Branche, in der der Darlehensnehmer tätig ist, abhängig. „Auch in schlecht laufenden Branchen gibt es erfolgreiche Unternehmen. Einen pauschalen Ausschluss von einzelnen Berufsgruppen  bei der Kreditvergabe gibt es nicht. Die positiven beruflichen Aussichten  müssen jedoch glaubwürdig vermittelt werden. Nach wie vor gilt als Faustregel: Wer in der Vergangenheit bewiesen hat, ein Auskommen mit seinem Einkommen gehabt zu haben und womöglich bereits gewisse Vermögenswerte geschaffen hat, hat gute Voraussetzungen für seine Darlehensverhandlungen “, so Henningsen.    

 

Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD Verband der Immobilienberater, Makler,
Verwalter und Sachverständigen Region Mitte e.V.
Zeil 46, 60313 Frankfurt am Main